Frischfutter und Heu nehmen auf die Gesunderhaltung und Lebenserwartung von Kaninchen einen entscheidenden Stellenwert ein. Ein ausgewogenes und gesundes Futterangebot ist für eine artgerechte Tierhaltung wichtig. Worauf man bei Grünfutter für Kaninchen besonders achten sollte, erklären wir hier.
Was versteht man unter Grünfutter?
Schon gewusst?
Grünfutter beschreibt sämtliche grüne Pflanzenbestandteile. Hierzu gehören unter anderem Gräser, Wildkräuter, Blätter von Bäumen, Möhrengrün und Radieschenblätter.

Bei Grünfutter handelt es sich um eine Futtermittelgruppe aus verschiedenen Pflanzenarten wie Gräser, Leguminosen, Luzerne und Klee. Der Anbau erfolgt entweder auf dem Grünland bzw. als Haupt-, Zwischen- oder Zweitfrucht.
Charakteristisch für Grünfutter ist, dass dieses sämtliche grüne Pflanzenbestandteile vereint. Hierzu gehören beispielsweise Gräser, Wildkräuter, Blätter von Bäumen sowie „das Grüne“ von Gemüse wie Möhrengrün und Radieschenblätter. Heu gilt ebenfalls als Grünfutter, das durch Trocknen haltbar gemacht wurde.
Gut zu wissen!
Heu wird ebenfalls dem Grünfutter zugeordnet, da es sich hierbei um Gras handelt, das seine Haltbarkeit durch Trocknen erlangt hat.
Wie viel Grünfutter benötigen Kaninchen?

Unser Tipp!
Die täglich empfohlene Menge an Grünfutter pro Kaninchen beläuft sich auf etwa 70 % des gesamten Futterangebots.
Wildkaninchen ernähren sich in freier Natur von einer abwechslungsreichen Mischung aus verschiedenen Kräutern und Gräsern. Da sich der Verdauungstrakt von Hauskaninchen nur geringfügig von Wildkaninchen unterscheidet, sind die Ernährungsansprüche von Wildkaninchen als Orientierung anzusehen. Als ideal gilt eine Zusammensetzung aus Grünfutter, Gemüse und etwas Obst. Heu sollte dabei ganzjährig uneingeschränkt angeboten werden. Grundsätzlich gilt, dass Grünfutter einen höheren Stellenwert einnimmt als Gemüse.
Da Frischfutter recht schnell verdirbt, sollte man verbleibende Reste regelmäßig entfernen. Anstelle einer großen Portion empfiehlt es sich, mehrmals täglich geringe Mengen anzubieten. Diese Darreichungsform ist mit dem natürlichen Fressverhalten von Kaninchen vergleichbar, da diese über den Tag verteilt bis zu 80 kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Um eine gleichmäßige Darmbelastung gewährleisten zu können, sollten die Kaninchen jederzeit Zugang zu einem abwechslungsreichen Nahrungsangebot bekommen. Auf diese Weise lassen sich Verdauungsbeschwerden vorbeugen.
Unser Tipp!
Richtet man mehrere Futterplätze ein, stellt man sicher, dass alle Langohren ungestört fressen können.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) empfiehlt pro Kaninchen eine tägliche Futtermenge von 200 Gramm je Kilogramm Körpergewicht. Bei einem Zwergkaninchen mit 2 Kilogramm Körpergewicht entspricht dies etwa 400 Gramm Frischfutter pro Tag. Davon sollte Grünfutter einen Anteil von etwa 70 % einnehmen. Die übrigen 30 % verteilen sich auf 20 % Gemüse und 10 % Obst.
Kaninchen an Grünfutter gewöhnen
Kaninchen, die bislang noch kein Grünfutter bekommen haben, sollten unbedingt langsam und schrittweise an dieses herangeführt werden. Dies ist beispielsweise bei sehr jungen Tieren sowie bei Langohren, die ausschließlich an Trockenfutter gewöhnt sind, der Fall.
Von jeder neuen Frischfuttersorte ist zunächst lediglich ein kleines Stück anzubieten. Anschließend beobachet man, wie das Langohr diese verträgt. Wenn keine Verdauungsbeschwerden auftreten, darf die Menge mit der Zeit nach und nach gesteigert werden.

Dürfen Kaninchen nasses Grünfutter fressen?
Die Meinungen darüber, ob Kaninchen nasses Grünfutter fressen dürfen, gehen teils weit auseinander. Während die einen davon ausgehen, dass Wildkaninchen in freier Natur ebenfalls gefahrlos nasses Futter zu sich nehmen, befürchten andere Unverträglichkeiten.
Unser Tipp!
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Kaninchen, die zu Durchfall neigen, besser auf nasses Grünfutter verzichten sollten. Für alle anderen Kaninchen ist dies hingegen unbedenklich.